Spielberichte 2018/19

SF Anna I - Ohligser TV I

 

Ohne Chance

Am 4. Spieltag bekamen wir es mit dem OTV zu tun. Die Klingenstädter scheinen sich, durch einen prominenten Neuzugang verstärkt, einiges für diese Saison vorgenommen zu haben. Die Solinger traten mit einem Ersatzmann aus der 2. Mannschaft, dafür aber erneut mit ihrem Fidemeister an, der zuletzt noch in der Oberliga sporadisch aktiv war. Wir hatten den Ausfall mehrerer Stammspieler zu verkraften, aber auch die letzte gesundheitsbedingte Absage Samstagabend konnte noch aufgefangen werden. Vielen Dank noch einmal an die zahlreichen Aufrücker, auf die wir uns diese Saison bisher sehr verlassen können!
Es ging am heutigen Vormittag schnell zur Sache. Wir erwischten diesmal einen Blitzstart mit einem ersten Sieg nach 1,5 Stunden. An Brett 8 konnte Ulfert einen Patzer seines Gegners im Mittelspiel ausnutzen und mit einer Springergabel eine Dame für eine Figur gewinnen. Noch nicht ganz wach schien leider unser Siegbert. Er hatte in einer ihm eigentlich wohl vertrauten Eröffnung böse danebengegriffen und stand nach 10 Zügen bereits deutlich auf Verlust. Er kämpfte noch bis zum Ende der 2. Spielstunde mannschaftsdienlich weiter, musste letzten Endes aber zum 1:1 resignieren. Nach rund 2,5 Stunden standen gleich 3 Remisangebot zur Diskussion. Angesichts der eher schwachen Stellungen der verbliebenen, spielenden Anna-Spieler eigentlich verfrüht. Dennoch ergaben sich daraus 2 Remise für Christoph und kurze Zeit später für Rainer zum 2:2. Einerseits fehlte wahrscheinlich der Mut, gegen einen stärkeren Gegner auf Sieg zu spielen, andererseits die Kraft und Konzentration. Zu diesem Zeitpunkt standen Thorsten und Carsten schon sehr bedenklich. Nach 3 Stunden Spielzeit musste Brett 1 folgerichtig aufgeben. Der ihm gegenübersitzende FM kannte alle Angriffspläne von Weiß und überspielte den Anna-Akteur. Brett 3 hatte in der Eröffnung einen Bauern verloren, statt auf ein schwer zu berechnendes Opfer des Solingers einzugehen. Im weiteren Spielverlauf kam er stark in die Defensive und musste seinem Kontrahenten schließlich zum 2:4 die Hand reichen. Den entscheidenden Punkt holte sich Ohligs an Brett 4. Marc hatte nach der Eröffnung und im Mittelspiel eigentlich bequem gestanden. Sein sehr erfahrener Gegner konnte in der verschachtelten Stellung seinen Springer aber derart gut postieren, dass der Anna-Spieler nur Deckungsaufgaben zu bewältigen hatte. Durch eine Unachtsamkeit fiel ein wichtiger Bauer der zunehmenden Zeitnot zum Opfer. Der Solinger konnte darauf den Druck weiter verstärken und so den vollen Punkt und damit den Sieg sichern. Werner schaffte es noch etwas Ergebniskosmetik zu betreiben, indem er ein überraschendes 2 zügiges Matt serviert bekam. Wenigstens ein Geschenk zum ersten Advent.
Mit Blick auf die Aufstellung entsprach das 3:5 wohl den Erwartungen. Es war aber leider zu keinem Zeitpunkt des Mannschaftskampfes auf mehr zu hoffen. Die Punkte für den Klassenerhalt müssen also anderswo geholt werden. Die nächste Gelegenheit dazu kommt Ende Januar bei der SG Solingen V. Dafür müssen wir an den oberen Brettern aber mehr Gas geben als heute. Bis dahin ist Erholung angesagt. Allen Schachfreunden fröhliche Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch in ein erfolgreiches neues Jahr 2019.

Spielbericht: SF Anna 88 I – SF Neviges 1960 I

Ein spannendes Duell ohne Fortune


In der 3. Runde trafen wir auf einen in Bestbesetzung angetretenen Gegner, der erstmalig 1700er Stammersatzkräfte an die hinteren Bretter brachte. Wir konnten aber auch gute Ersatzleute mobilisieren, die 3 Ausfälle von Stammkräften kompensieren mussten. Im Brett- und DWZ-Vergleich war es daher sehr ausgeglichen.
Glücklos agierte heute unser Marc, der schon in der Eröffnung einen Figureneinsteller hinnehmen musste und direkt aufgab. Eine halbe Stunde später konnten wir durch einen schönen Sieg an Brett 2 aber bereits ausgleichen. Der Nevigeser war in der Eröffnung gefräßig, dafür aber unterentwickelt unterwegs und sah zu spät, dass die schnelle Figurenentwicklung von Carsten zu einem forcierten Mattangriff durchdringen würde. Nach fast 3,5 Stunden holte Werner die erste Führung für Anna heraus. Sein Gegner hatte in einem nicht gut genug vorbereiteten Königsangriff nicht alle Abwehrmöglichkeiten berechnet und verlor einen Springer gegen einen Bauern. Werner hatte zwar noch einige Gegenwehr zu bewältigen, fuhr im Endeffekt aber – nach einem abgelehnten Remisangebot - routiniert den vollen Punkt ein. Als sich ein weiterer materieller Vorteil an Brett 1 ankündigte, willigten kurz hintereinander Karsten in leistungsgerechtes und Christoph in ein etwas schmeichelhaftes Remis zum 3:2 ein. Die Bretter 3 und 8 versprachen zu diesem Zeitpunkt zusammen einen weiteren Punkt, sodass ein Mannschaftssieg sehr aussichtsreich schien. An Brett 1 kam Thorsten zum erwarteten Bauerngewinn und später ließ sich der Nevigeser noch einen Springer einklemmen, den er gegen 2 Bauern opfern musste. Dieser kämpfte zwar noch bis weit nach der ersten Zeitkontrolle weiter, aber die Hoffnung auf ein remisträchtiges Endspiel mit einem Minusspringer bei Abtausch aller Bauern ging nicht auf. Beim Stand von 4:2 für uns hatte Ulfert ein mögliches Unentschieden auf dem Brett. Im Spielverlauf hatte sein Gegner zwar meist das aktivere Spiel, aber er konnte die Stellung stets im Gleichgewicht halten. Statt einfach hin und her zu ziehen und damit die Siegesbemühungen seines Gegenübers zu unterbinden, übersah er einen 2 zügigen Bauernverlust der gleichzeitig zur Niederlage führte. Hier mangelte es wahrscheinlich an der fehlenden Turnierhärte unseres Neuzugangs. Beim Stand von 4:3 hatte es also unser Brett 3 in der Hand den Sack zuzumachen. In einem abwechslungsreichen, spannenden Duell hatte Marcus schließlich in der gegenseitigen Zeitnot (beide hatten nur noch 3 Minuten für 5 Züge in unübersichtlicher Position) nicht die beste Fortsetzung gewählt und die wahrscheinlich für ihn bessere Stellung kippte vom anvisierten Remis in eine Verluststellung, die sich sein Gegner auch nicht mehr nehmen ließ. Endstand nach 5 Stunden 4:4!
Schade, hier war heute mehr drin. Zum Schluss fehlte uns aber das nötige Glück, das wir dafür in den ersten beiden Runden auf unserer Seite hatten. Immerhin bleiben wir mit dem Ergebnis ungeschlagen im Mittelfeld der Tabelle und haben jetzt bereits genauso viel Punkte auf dem Konto wie nach der gesamten vergangenen Saison. In 3 Wochen erwarten wir den OTV zu Gast und können dann hoffentlich noch eine Schippe oben drauf legen.

Spielbericht: Vohwinkeler SC I – SF Anna I


Dramatik bis in die 7. Stunde!


In der 2. Runde bekamen wir es mit dem Vohwinkeler SC zu tun, der in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag von einem Aufstiegsplatz abgerutscht war. Nach einem Sonntagsausflug sah es, abgesehen von der Anreise mit der Schwebebahn am Flohmarkt-Tag, also nicht aus. In der Vergangenheit waren wir stets ein unbequemer Gegner für die Vohwinkeler. Dies hinterließ genügend Respekt, sodass unser Kontrahent - u.a. mit einem 1800er an Brett 8 - mit der bestmöglichen Aufstellung antrat. Einem DWZ-Durchschnitt von 1757 boten wir immerhin einen Durchschnitt von 1703 entgegen, eine Differenz, die die Tagesform ausgleichen musste und nur an den unteren beiden Brettern wirklich deutlich wurde.
An Brett 8 trat der Unterschied dann leider früh zu Tage und wir lagen nach einem Bauern- und Materialeinsteller um 10:45 Uhr bereits mit 0:1 hinten. Auf allen verbliebenen Brettern entstanden durchweg spannende Partien, die manche unerwartete Wendung bereithielten. 2 Stunden nach dem ersten Punktverlust bekam Marcus bei materiellem Vorteil, aber total verlorener Stellung ein überraschendes Remisangebot, dass er umgehend annahm. Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche unglaubliches Glück gehabt. Circa eine halbe Stunde später kam Andreas zu einer gerechten Punkteteilung in einer Partie, die nie die Remisbreite verließ. Zeitgleich erzielte Carsten mit einer starken Angriffspartie den ersten Sieg für die SF Anna zum 2:2. Gegen 13:45 Uhr brachte uns Marc das erste Mal in Führung. Er kannte sich in der Eröffnung besser aus und baute seinen Vorteil durch einen Königsangriff weiter aus. Mit schließlich 2 Mehrbauern tauschte er die Figuren ab, profitierte noch von einem glatten Turmeinsteller und fuhr den vollen Punkt sicher ein. Die Führung wurde keine 10 Minuten später wieder an Brett 2 ausgeglichen. Eigentlich hatte der Anna-Spieler im Mittelspiel eine ordentliche, vorteilhafte Stellung erreicht. Sein Gegenüber hatte bei seinem Königsangriff die eigene Bauernstruktur vernachlässigt. Nach der Abwehr des Angriffs wählte Siegbert beim Spiel auf die Schwächen leider den falschen Ansatz und übersah ein 2-zügiges Matt. Beim Stand von 3:3 spielten um 14:00 Uhr nur noch Karsten und Thorsten, die sich mit ihren Gegnern einen noch mehr als 2 stündigen Fight auf Messers Schneide liefern sollten.
Karstens Partie wankte unter jeweils leichten Vorteilen hin und her. Trotz teilweise abwartender Spielweise, wollte man sich aufgrund der Ereignisse an Brett 1 aber lieber nicht auf ein Remis einlassen, da alles möglich schien. Thorsten hatte im Mittelspiel einen Turm gegen Springer&Bauer geben müssen und stand schlechter. 10 Züge später nach der ersten Zeitkontrolle hatte er durch ein langsam entstehendes Mattnetz seinen Gegner aber dazu verleiten können, einen weiteren Bauern zu geben. Durch nun 2 vorgerückte Bauern auf b6+c5 am Königsflügel konnte er nun leichte Vorteile für sich verbuchen und nach dem Gewinn eines 3. Bauern bei weiterhin taktischen Motiven in der Luft war die Partie zwischenzeitlich deutlich zu seinen Gunsten gekippt. Zum Ende der 5. Spielstunde konnte der Vohwinkeler aber einen Fehler von Thorsten ausnutzen, der zu einer durchaus ausgeglichenen Stellung führte, allerdings bei ungleicher Materialverteilung (Turm, Springer, 2 Bauern gegen 2 Türme, Bauer). Karsten hatte in der Zwischenzeit etwas mutiger vorwärts gespielt und einen weit vorgerückten Freibauern. Eine eingeleitete Vereinfachung wäre beinahe noch im Sande verlaufen, da er eine ungünstige Tauschreihenfolge wählte. Statt eines klar gewonnenen Endspiels, hatte ihm ein sehr Remis trächtiges Endspiel trotz Mehrbauer gedroht. Zum Glück überschritt der Vohwinkeler in diesem Moment die Zeit und Karsten konnte um kurz vor 16:00 Uhr den 4. Punkt zum Unentschieden sichern. Zu dem Zeitpunkt als sich Karsten durch das Vorrücken seines Freibauern Vorteil erspielte, hatte Thorsten einen groben Patzer seines Gegners zu schnell beantwortet und nicht ausgenutzt. Die vehement zunehmende beiderseitige Zeitnot machte sich bemerkbar. Der Springer hätte beide Türme von der Umwandlung eines Bauern abschneiden können. Stattdessen landete unser Brett 1 in einem materiell und stellungsmäßig ausgeglichenen Turmendspiel, da der Vohwinkeler zurückopferte. Um den Mannschaftskampf nicht zu verlieren durfte dieser das Remisangebot von Thorsten jedoch nicht annehmen und versuchte auf Sieg zu spielen. Ein Fehler wie sich herausstellte und sogar nach 6 ¼ Stunden Spielzeit noch in einer Niederlage endete.
Durch das 5:3 holen wir unseren ersten Saisonsieg in einem mehr als spannenden Mannschaftskampf, der zu einem wahren Lokalderby avanciert. Damit holen wir zudem die beste Platzierung seit 1,5 Jahren, die es gegen Neviges am 11.11. zu verteidigen gilt.
 

Spielbericht: SF Anna I – Mettmann Sport I


Ein schmeichelhafter Saisonbeginn!


Zum Auftakt der neuen Saison bekamen wir es mit Mettmann zu tun. Angesichts des letztjährigen Saisonverlaufs bereits eine erste Richtungsweisung. Nach der Niederlage im vergangenen Jahr, wollten wir uns revanchieren und boten eine durchaus schlagkräftige Truppe auf. Mit durchschnittlich ca. 100 DWZ-Punkten Vorsprung pro Brett ging es in den Mannschaftskampf.
Nach rund 2,5 Std. Spielzeit konnte Carsten an Brett 4 seinen Gegner vor so viele Probleme stellen, dass dieser die Waffen strecken musste. Eine Stunde später erreichte Andreas P. ein mehr als verdientes Remis gegen einen >300 DWZ-Punkte stärkeren Mettmanner, der zwischenzeitlich sogar spürbar im Hintertreffen war. Wenig später jedoch die Wende. Durch Niederlagen von Witali und Andreas K. gerieten wir mit 1,5:2,5 in Rückstand. Einerseits leider doch sehr souverän überspielt, andererseits fehlte es wahrscheinlich an mangelnder Spielpraxis, die im Endspiel einen entscheidenden Bauern kostete. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle kam es zum Remis an Brett 1. Thorsten hatte es an 1-2 Stellen verpasst, riskanter und mit möglichem Materialgewinn, aber mit offener Königsstellung weiterzuspielen. Trotz des >400 DWZ-Punkte großen Unterschieds konnte sein Gegner das Gleichgewicht halten. Keine 5 Min. später holte Marc ein weiteres Remis, obwohl er wahrscheinlich eine Siegstellung auf dem Brett hatte. Leider konnte er seine Dame nicht aktiv genug gegen den gegnerischen Turm & Springer zur Geltung bringen. Möglicherweise fehlte am Ende aber auch der siegbringende Plan. Beim Stand von 2,5:3,5 sah es auf den verbliebenen Brettern lediglich nach einem halben Zähler für uns und einer erneuten Niederlage gegen Mettmann aus. Das scheinbar Unmögliche musste also eintreffen, um nicht wieder einmal schwach in die Saison zu starten. Nachdem Marcus‘ Remisangebot zunächst korrekterweise abgelehnt wurde, bekam er in verlorener Position schließlich doch das Remisgeschenk, das er umgehend annahm. Siegbert musste nun also gewinnen. In einem Turmendspiel mit jeweils 3 Bauern sah es wie ein sicheres Remis aus. Siegbert hatte nur leichten Raumvorteil und ein Bauernübergewicht am vom König entfernten Flügel. Sein nominell deutlich unterlegener Gegner hatte bis zum Schluss gut mitgehalten, übersah kurz vor dem Ende allerdings eine Abwicklung, bei der Siegberts entstehender Freibauer durchzulaufen schien. Er gab umgehend enttäuscht zum 4:4 Endstand auf. In der Computeranalyse stellte sich die Aufgabe aber als etwas verfrüht heraus, da für den vollen Punkt noch einige Fallen hätten gemeistert werden müssen. Glück gehabt!
Zu Beginn des Tages hätten wir das 4:4 wohl als suboptimal betrachtet. Angesichts des Spielverlaufs ist das sehr schmeichelhafte Unentschieden für uns aber mehr als glücklich zustande gekommen. Immerhin haben wir Moral bewiesen. Allerdings benötigen wir eine erhebliche Leistungssteigerung, wenn wir in der 2. Runde gegen Vohwinkel bestehen wollen.