SF Anna I – TV Witzhelden II

 

Zum Jahresabschluss bekamen wir mit der Zweitvertretung von Witzhelden ein scheinbar dankbares Los, das zum Experimentieren mit mehreren Ersatzleuten einlud. Schließlich sollte in dieser Saison jeder, der möchte, zu seinen Einsätzen kommen. Im Endeffekt stellte sich diese Aufstellung gar als letztmögliche heraus, aber dazu später mehr.  Im DWZ-Durchschnitt waren wir zwar deutlich im Vorteil, jedoch resultierte dieser aus den teils erheblichen Unterschieden (175-475) an den ersten vier Brettern. An den Brettern 5-8 waren wir hingegen durchgehend 75-100 DWZ-Punkte schwächer. Es drohte also doch knapper zu werden als gedacht.

 

Thorsten hatte am frühen Morgen noch versucht, für sich Ersatz zu finden, da ein Magen-Darm-Infekt im Anflug war. Leider – oder zum Glück – fand sich kein anderer Spieler mehr, sodass er sich mit dem Ziel, schneller fertig zu werden, als sein Magen-Darm zuschlägt, ans Brett setzte. Nach nicht einmal 1,5 Stunden bei gespielten 33 Zügen war die Partie bereits zu seinen Gunsten beendet. Der Witzheldener hatte die gesamte Partie ebenso wie Thorsten flott runter gezockt, dabei allerdings einige bessere Fortsetzungen übersehen. Nach einem Aufbau mit suboptimal zueinander stehenden Figuren viel zunächst ein Randbauer, später eine ganze Figur und im letzten Zug vor der Aufgabe eine weitere Figur. Zum Ausgleich kam es durch eine Niederlage an Brett 5. Marc hatte versucht eine Bauernwalze am Damenflügel aufzubauen, dabei jedoch seine Entwicklung vernachlässigt. Nach 1,5 Stunden machte sich aber seine ebenfalls schlechte Verfassung bemerkbar und durch einen groben Fauxpas ermöglichte er einen Lauferspieß, der eine Qualität kostete. Völlig neben sich stehend, stellte er 3 Züge später noch einen Läufer ein. Auf Augenhöhe verlief die Partie an Brett 7. Christoph hatte mit dem zweitgrößten DWZ-Nachteil zu kämpfen, vermied daher großartige Verwicklungen und war bemüht, die Partie im Gleichgewicht zu halten. Dies wurde mit einem halben Zähler belohnt, da keiner der Akteure aktiv weiterzuspielen gedachte und man sich im frühen Mittelspiel auf Remis einigte. Ulferts Partie an Brett 6 war ein Wechselbad der Gefühle. Mit deutlichem positionellen Vorteil und einem Mehrbauern aus der Eröffnung gekommen, baute er diese Führung auf 2 Mehr-/ Freibauern aus. Mit der Idee diese schnell laufen zu lassen, ließ er sich allerdings einen Läufer einklemmen, den er gegen einen Bauern tauschen musste. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle hatte sein Gegner scheinbar ein Dauerschach sicher, das Ulfert durch das Opfern seines bis auf c7 fortgeschrittenen Bauern verhindern wollte. Laut Rechner bedeutete dies die erstmalige Führung des Witzheldeners, der sich darauf aber sehr passiv verhielt, 2 folgenschwere Fehler führten erst zu einer ausgeglichenen Stellungsbewertung, dann zu einem gewonnenen Turmendspiel mit einem Mehrbauern für Ulfert, Glück gehabt. Ähnliches Fortune hatte Andreas an Brett 4. In einer beidseitig kreativ geführten Eröffnung schaffte es der Wuppertaler, einen Randbauern zu erobern. Dafür überließ er eine offene b-Linie, die er zudem mit Tempoverlust hergab und so einen unbequemen Angriff auf seinen König verteidigen musste. Ein 11-zügiges Matt kann man dabei schon mal übersehen, eine Stellungsbewertung von -3 und -10 weitere 5-6 Züge später sollte aber schon zum Sieg reichen. Andreas` Lieblingsgöttin des Schachs Caissa meinte es aber mal wieder gut mit ihm und sein Gegner wickelte in ein Damenendspiel mit jeweils 4 Bauern ab, das positionell aber glatt für den Anna-Spieler gewonnen war. Mit diesen glücklichen Siegen kippte der bis dahin knappe Mannschaftskampf zu unseren Gunsten zum zwischenzeitlichen 3,5 : 1,5. An Brett 8 hatte Stephan in seiner ersten Partie für den Verein ein frühes Remisangebot abgelehnt, dann aber einen starken Angriff des Gegners zugelassen, der mit einem Springeropfer eine Bauernwalze in Gang setzen wollte. Bei korrekter Spielweise hätte sich mit einem Damentausch der Schwung stark verringert und die Bauern mit den übrigen Figuren aufhalten lassen. Gerade in seiner ersten Vereinspartie ist dies aber leichter gesagt als getan. Am Ende fand sich Stephan leider in einem verlorenen Bauernendspiel mit einem Minus-bauern wieder. Am 2. Brett lieferte sich Detlef eine Verteidigungsschlacht, bei der er sehr genau spielen musste, um nicht schnell unter zu gehen. Obwohl sein Gegner bereits den richtigen Hebel zum Aufbrechen der Königsstellung gefunden hatte, setzte er nicht korrekt fort und ermöglichte Detlef auf diese Weise, seine Stellung zu konsolidieren. Das Remis nahm er sicherlich dankend an. Siegbert reichte also ein Remis, um den Mannschaftssieg unter Dach und Fach zu bringen. Im Mittel-spiel gelang ihm ein Bauerngewinn. Allerdings ließ er sich im weiteren Spielverlauf weit hinten rein-drängen und gab den Mehrbauern wieder ab. Im entstandenen Endspiel mit jeweils einem Turm, Springer gegen Läufer und jeweils 6 Bauern hatte Siegbert zunächst das schwerere Spiel. Einen Turm-tausch und 10 Züge in absolut ausgeglichener Stellung später, fasste Siegbert den Plan, mit dem König von d1 über h5 nach e6 ins gegnerische Lager einzudringen und sein Gegenüber ließ ihn gewähren. In mittlerweile deutlich besserer Position wollte er den Mannschaftssieg aber nicht durch eine Unacht-samkeit gefährden und sicherte diesen lieber mit einem Remisangebot zum erlösenden 4,5 : 3,5 ab.

 

 

Man muss zusammenfassen, dass heute alle Mannschaftsergebnisse möglich gewesen wären. Von daher ist unser Sieg als glücklich zu bezeichnen. Ein Lob an den TV Witzhelden, der stets dagegen gehalten hat, dem aber hier und dort die letzte Konsequenz fehlte, um mehr herauszuholen. Für uns bedeutet der 4. Sieg im 4. Spiel den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Wenn wir hier im neuen Jahr ansetzen wollen, sollten wir allerdings wieder eine Schippe drauf legen.

 

 

SF Anna I – Bahn-SC Wuppertal IV

 

Zur Spitzenpaarung der Liga erwarteten wir in der 3. Runde die Schachfreunde von Bahn-SC Wuppertal. Zu der ungewöhnlichen Spielzeit ab 13:00 Uhr kam eine in Bestbesetzung angetretene Gegnermannschaft zu uns, die wohl mit der Tabellenführung liebäugelte. Wir mussten zwar auf 2 Stammkräfte verzichten, waren aber dennoch favorisiert wobei sich die DWZ-Unterschiede mit einer Ausnahme alle im Bereich bis 90 Punkte beliefen, also in Tagesform-Breite .

 

Den ersten Rückschlag mussten wir bereits nach 1,5 Stunden  verdauen. Marcus hatte sehr passiv agiert, in der Hoffnung, seinen Gegner auskontern zu können. Dieser ließ sich aber nicht beirren, sah einen 4-zügigen Bauerngewinn. Von dieser Kombination scheinbar völlig konsterniert, stellte Marcus direkt anschließend seinen König einzügig ins Matt. Eine Stunde später konnte Thorsten ausgleichen, in dem er seinem Gegner 2-3 Tempos abnahm, die zu einem Bauerngewinn, kurz danach zu einem zweiten Bauern langten. Das übrig gebliebene Endspiel  wollte sich der Gegner nicht mehr zeigen lassen. Wenig später bekam Ulfert ein Remisangebot bei einem Minusbauern gegen ihn. Aufgrund der sehr ungewöhnlichen Spielweise seines Opponenten hatte er eigentlich bis ins Mittelspiel positionell vorteilhaft gestanden ohne jedoch Kapital daraus schlagen zu können. Sein Gegner zauberte plötzlich eine Kombination mit einem Bauerngewinn aus dem Hut und bot zeitgleich Remis. Warum eigentlich? Keine Ahnung! Angesichts dessen, dass Ulfert über keine wirkliche Kompensation verfügte und die noch offenen Partien nicht dagegen sprachen, nahm er das Angebot dankend an. Nach knapp über 3 Stunden Spielzeit gingen wir erstmalig in Führung. Karsten bot einen starken Vortrag gegen den Bahner. Nach einem Bauerngewinn spielte er aktiv weiter auf Angriff, in dem sein Gegner schließlich unterging. Keine 30 Minuten später folgte der erneute Ausgleich zum 2,5:2,5. Marc hatte sich nach einem Bauern Rückstand wieder herangekämpft, gar nicht schlecht gestanden, aber sich in einem nervösen, eifrigen Gefecht zu sehr ablenken lassen und einen Springerabzug übersehen. Zum Glück konnte Detlef aber kurz danach wieder den alten Vorsprung herstellen. Er war zwar nicht planmäßig aus der Eröffnung gekommen, konnte sich aber mit fortschreitendem Spiel immer besser aufstellen. Als er zu einem Qualitätsvorteil kam, baute er diesen zunehmend aus ohne in ersthafte Gefahr zu geraten. Den Mannschaftssieg machte Andreas mit einem weiteren vollen Punkt perfekt. Sein Gegner hatte auf Verdacht eine Figur gegen 3 Bauern gegeben in der Hoffnung eine Bauernwalze aufzubauen. Andreas spielte in dieser Phase sehr umsichtig, gewann einen Bauern zurück und ließ die übrigen Mehrbauern ins Leere laufen. Im Endspiel setzte sich am Ende die Mehrfigur durch. Siegbert stand zu diesem Zeitpunkt klar mit einer Minusfigur auf Verlust, die sich in der gegnerischen Stellung verirrt hatte. Sein Gegner hatte aber angesichts der bereits feststehenden Mannschaftsniederlage keine Lust mehr, die Partie noch bis zum Ende zu spielen und bot ein Remis zum 5:3.

 

 

Das Endergebnis täuscht ein wenig über die erhebliche Gegenwehr hinweg. Der heutige Sieg ist daher wohl auch eher als schmeichelhaft zu bezeichnen, aber das Glück ist ja bekanntlich mit den Tüchtigen ;). Die Tabellenführung ist damit nicht nur verteidigt, sondern auch auf 2 Punkte ausgebaut. In 3 Wochen kommt es zum Heimspiel gegen Witzhelden II. Die Chance auf eine makellose Bilanz wollen wir uns bis zum Jahresende nicht entgehen lassen.

 

 

SF Lennep I – SF Anna I

 

In der 2. Runde erwarteten uns mit den Schachfreunden aus Lennep einer der guten Mannschaften der 2. Bezirksliga, die einen Tag zuvor im Viererpokal noch durch ein 2:2 gegen SG Solingen I von sich reden machte. Wir waren also gewarnt, auch wenn wir nominell an 3 Brettern teils deutlich überlegen, während die restlichen Bretter ausgeglichen waren.

 

Andreas konnte mit Schwarz schnell ausgleichen. In der Folge stand er subjektiv besser, konnte diesen Vorteil jedoch nicht in zählbares umsetzen. Nach zahlreichen Tauschaktionen verflachte die Partie zu einem leistungsgerechten Remis. Direkt danach setzte sich Ulfert durch, der einen schweren Aussetzer seines Gegners ausnutzte. Rainer einigte sich daraufhin mit seinem jungen Opponenten auf Remis, da dieser alle Finten abwehrte und keine Gewinnbemühungen mehr unternommen wurden. Den nächsten vollen Punkt holte Thorsten, der den Entwicklungsrückstand des Remscheiders mit einem konsequenten Angriff auf die gegnerische Königsstellung zu bestrafen wusste. Es stand somit 3:1 nach rund 3 Stunden Spielzeit. Marcus steuerte den vierten Punkt bei, indem er zunächst ein Bauerngeschenk, später ein zweites annahm und schließlich eine weitere Qualität zu gewinnen drohte. Aus den verblieben 3 Partien musste nur noch ein halber Punkt her, um den Sieg einzufahren. Es sah auch eigentlich sehr gut aus, jedoch machten wir es noch einmal spannend. Siegbert geriet nach einem remislichen Mittelspiel in eine gedrückte Endspielstellung. Detlef hatte in undurchsichtiger Stellung mit beidseitigen Chancen mit Zeitknappheit zu kämpfen. Marc hatte bereits in der Eröffnung einen Springer für einen Bauern gewonnen, tat sich allerdings im weiteren Spielverlauf sehr schwer. Seinem Gegner gelang es, Marcs König in der Ecke bzw. auf der Grundreihe festzusetzen und Mattbilder zu entwickeln. Marc konnte nach kompliziertem Spiel und hartem Kampf aber alle Gefahren abwehren und letzten Endes seinen materiellen Vorteil in einen Sieg zum 5:1 umwandeln. Ein voller Punkt, der auch dringend nötig war, denn Siegbert gab in seiner passiven Stellung erst einen Bauern und später zwei Figuren gegen einen Turm ab. Das entstandene Endspiel war aber glatt verloren, weil die beiden Figuren seines Gegners zu gut harmonierten. Kurz vor der ersten Zeitkontrolle rannten in Detlefs komplexer Partie beiden Spielern die Zeit davon. Alle Ergebnisse schienen denkbar, da jeweils bessere Fortsetzungen ausgelassen wurden. Der Lenneper gewann in dieser Phase die Oberhand. Entweder weil er besser gerechnet hatte oder weil er einfach schneller zum Bauernmarsch kam und Detlef sich genötigt war eine Figur zu opfern, ein Nachteil, den er nicht mehr aufholen konnte.

 

Am Ende stand ein verdientes 5:3 zu buche, dass wohl auch noch höher hätte ausfallen können. Damit haben wir erst einmal die Tabellenspitze verteidigt und erwarten im nächsten Mannschaftskampf die Schachfreunde von Bahn-SC 4!

 

SF Anna I - Velberter SG II

 

Die Saisoneröffnung zur Mannschaftsmeisterschaft 2019/20 in der 2. Bezirksliga wollten wir eigentlich als Heimspiel nutzen, um u.a. auch unsere neuen Stühle und Tische einzuweihen. Da leider die Kirche den Seniorenraum an diesem Sonntag selber nutzen wollte, waren wir dankbar, dass unser Gegner aus Velbert einer Spielortverlegung zustimmte. So fuhren wir in die Musik- und Kunstschule nach Velbert, die der Velberter SG  als Ausweichquartier dient. Die Atmosphäre war sehr angenehm, wofür wir unserem Gegner gerne nochmals danken.

 Nominell befanden wir uns schon in der Favoritenrolle, und es ging gleich mit einem kampflosen Erfolg für Marc los. Auch Witali stand früh auf Erfolg, zumal er bereits nach wenigen Zügen eine Figur erobern konnte. Als dann Werner remisierte, schien alles wie geplant zu verlaufen. Doch Witali unterlief in der Folge eine Unachtsamkeit: der Turm ging futsch und mit ihm auch schon die Partie, da Witali enttäuscht aufgab. Ups, da stand es auf einmal ausgeglichen 1,5 : 1,5. Ein bisschen Unruhe erfasste mich zu diesem Zeitpunkt schon, zumal auch mein Gegner gut mithielt und sich geschickt verteidigte. Aber nach und nach setzen wir uns dann doch durch. Zuerst gewannen Karsten und Christoph ihre Partien, und auch Detlef und ich profitieren von kleinen Fehlern unserer Gegner. So entwickelten wir langsam einen Vorteil, den wir uns nicht mehr nehmen ließen. Lediglich Ulfert musste am Ende seinem Gegner gratulieren, der in einer durchaus kämpferischen Partie die Oberhand behielt. Das klare 5,5: 2,5 täuscht etwas darüber hinweg, dass unser Gegner anfangs gut dagegen hielt und erst im weiteren Verlauf des Mannschaftskampfes Schwächen zeigte, die wir letztendlich nutzen konnten.