Viererpokal 2. Runde

 

SF Anna – Ronsdorfer SV

 

Standesgemäß, erst am Ende!

 

In der 2. Runde des Viererpokals bekamen wir mit Ronsdorf, einen unberechenbaren Gegner hinsichtlich der Aufstellung zugelost. Aufgrund unserer Ersatzgestellung – Detlef wurde durch Stephan ersetzt – hofften wir auf eine ähnlich schwache Aufstellung Ronsdorfs wie in der ersten Runde. Diese Hoffnung wurde zum Glück erfüllt und wir gingen erneut als Favorit in die Begegnung, da wir an 3 Brettern mit 140, 200 und 300 DWZ-Punkten in Vorteil lagen.

 

Andreas zeigte seinem Gegner doch deutlich seine Grenzen auf. Bereits in der frühen Eröffnung konnte er klaren positionellen Vorteil erzielen, den er konsequent ausbaute. Während sein Gegenüber mit der Koordination seiner Figuren zu kämpfen hatte, weil sich alle Mannen im Wege standen, baute sich Andreas ruhig zum Angriff auf, holte schließlich einen, später einen zweiten Bauern, was nach Abtausch fast aller Schwer- und Leichtfiguren in einem klar gewonnenen Endspiel nach 2 Stunden Spielzeit endete. Marcs Opponent hatte anscheinend die Devise, alles abzutauschen, um schnell zu einem Remis zu kommen. Tatsächlich machte Marc das Spielchen eine Weile mit. Ein folgendes Remisangebot wies er aber ab. Sehr wichtig, da Thorsten zu dem Zeitpunkt schlechter Stand und Stephan eine unklare Stellung auf dem Brett hatte. Im Falle der Berliner Wertung hätten wir hier das Nachsehen gehabt. In der Folge konnte er sich die entscheidende offene Linie sichern, mit den Türmen in die schwarze Stellung einbrechen und einen Bauern gewinnen. Daraus wurden im Endeffekt sogar zwei, da der Ronsdorfer zusätzlich einen weiteren Bauern geopfert hatte, in der Hoffnung, dadurch etwas Gegenspiel zu erhalten. Nach Abtausch der verblieben Türme hatte er ein gewonnenes Endspiel mit 2 Mehrbauern auf dem Brett, das nach 2,5 Stunden zum Sieg führte. Die nächsten Ergebnisse ließen lange auf sich warten. Thorsten hatte keinen guten Tag erwischt und bereits in der Eröffnung eine defensive Verteidigung gewählt, die über die gesamte Partie sehr beklemmend wirkte. Eine gerade noch gesehenes Turmopfer konnte nur unter Bauernopfer inklusive schlechter Königsstellung abgewehrt werden. Die mühevolle Suche nach Gegenspiel und eine zwischenzeitliche Hoffnung auf Zugwiederholung führte in unübersichtlicher, aber schwächerer Stellung für Thorsten zu einer beiderseitigen Zeitnot mit weniger als 10 Minuten für die restlichen 9 Züge bis zur Zeitkontrolle. So kam es schließlich zu einem zweiten übersehenen Bauernverlust, der eigentlich schon die Partie entschied. Aufgrund der unklaren Verhältnisse am 4. Brett versuchte Thorsten aber noch alle Ressourcen auszutesten, aber auch ein Damenopfer mit der Absicht ein Mattnetz zu stricken wurde durch ein Rückopfer egalisiert. Im Endspiel mit einem Minusläufer blieb nach über 5 Stunden nur die Aufgabe. Es kam also auf Stephans Partie an, die ich als spannendste des Tages empfand. Wenn auch nicht ganz fehlerlos beiderseits, so war es stets ein Duell auf Augenhöhe, in dem mehrfach die positionellen Vorteile wechselten. Stephan schaffte es aber in seiner erst zweiten gewerteten Partie, seinen Raumvorteil schön auszunutzen und profitierte zugleich von der Passivität seines Gegners. Es brauchte seine Zeit den richtigen Gewinnweg zu finden. Eine nicht ganz korrekte Abwicklung hätte bei richtigem Spiel des Ronsdorfers beinahe noch zu einem Remis trächtigen Endspiel geführt. So schaffte es Stephan aber zu seinem ersten Punkt nach fast 5 ¾ Stunden Spielzeit und damit zum 3:1 Mannschaftssieg, herzlichen Glückwunsch!

 

 

Das 3:1 war schließlich doch der nominell erwartete Sieg, der allerdings hart und lange erkämpft werden musste. In der 3. Runde erwartet uns mit BSW 4 ein Gegner, mit dem wir durch die Losentscheidung für den Aufstieg in die 1. Bezirksliga noch ungewollt eine Rechnung offen haben.

 

 

Viererpokal 1. Runde

 

SF Lennep I – SF Anna

 

Souverän!

 

Nach über 1,5 Jahren Corona-Zwangspause stand endlich wieder ein Mannschaftskampf an. In der ersten Runde des Viererpokals 2021/22 bekamen wir es mit den Schachfreunden Lennep I zu tun. Ein machbares, aber keineswegs zu unterschätzendes Los. Aufgrund des Verzichts der Remscheider auf das Heimrecht, wurde in Wuppertal gespielt. Lennep trat annähernd in der zu erwartenden Bestbesetzung an, dennoch galten wir als Favorit, da wir an 2 Brettern mit 150 – 300 DWZ-Punkten in Vorteil lagen, während die anderen beiden Bretter nominell ausgeglichen waren.

 

Nach 1,5 Stunden deuteten sich leichte Vorteile an dem ein oder anderen Brett an. Andreas konnte daraus als erster Kapital schlagen. Sein Gegner übersah eine Springergabel, die zu einem Qualitätsverlust führte. Dabei wäre kurz zuvor noch bei optimaler Spielweise ein deutlicher Stellungsvorteil für den Lenneper möglich gewesen. Mit dem materiellen Vorsprung im Rücken spielte er die Partie anschließend fehlerfrei runter und fuhr nach gut 3 Stunden den ersten Sieg ein. Detlef befand sich zur gleichen Zeit in einer unübersichtlichen Stellung. Marc hatte Druck gegen den gegnerischen König aufgebaut und stand bequem. Zum Zeitpunkt der 1:0 Führung stand Thorsten nach einer zähen Partie, in der sein nominell schwächerer, aber aufstrebender junger Gegner lange Zeit alle Finten abwehren konnte, schließlich doch in einem positionell besseren Endspiel wieder, weil er sich mit einem Bauernhebel vorteilhaft die a-Linie öffnen konnte und über weiter vorgerückte Freibauern verfügte als der Remscheider. In der Hoffnung mit einem Damentausch die letzten Gegenspielmöglichkeiten unterbinden zu können, hätte er seinen Vorsprung beinahe wieder komplett eingebüßt, allerdings entschied sich sein Gegenüber dieses mal nicht für die beste Fortsetzung und musste letzten Endes seinen Läufer gegen den vorgerückten Bauern geben. Da der Mannschaftskampf dadurch bereits für uns gewonnen war (nach Berliner-Wertung waren wir im Falle eines 2:2 nicht mehr einzuholen), einigten sich Detlef und sein Gegner auf ein Remis, mit dem der Anna-Akteur wahrscheinlich besser leben konnte, da seine Stellung schwieriger zu spielen war. Marc hatte seinen Gegner Schritt für Schritt am Königsflügel zugeschnürt. Leider übersah er ein 7-zügiges Mattnetz, eingeleitet durch ein Läuferopfer auf h7, mit dem er sich für eine gute Partie hätte belohnen können. Kann passieren, im Anschluss verlor er aber den Faden, gab dem Remscheider Gelegenheit zum Gegenspiel und verlor schließlich noch die Partie.

 

 

Am Ende stand ein souveräner 2,5:1,5 Sieg, der sich knapper anhört als es sich während des Mannschaftskampfes anfühlte. Es war aber vor allem schön, mal wieder Live-Schach am Brett mit menschlichen Gegnern zu spielen. In der 2. Runde geht es nun gegen Ronsdorf I, die sich deutlich mit 3,5:0,5 gegen Mettmann II durchsetzen konnten.