2. Bezirksliga

 

SF Anna I – Sfr. Vonkeln II

 

Sieht deutlich aus, war`s aber nicht! (Teil 2)

 

Zum Auftakt der ersten Saison nach der Corona-Pause kam es zum Aufeinandertreffen mit den Schachfreunden aus Vonkeln, die irh Brett 1 ersetzen mussten. Nominell eine deutliche Sache für uns wollte man meinen, da wir an sämtlichen Brettern mit 200-350 Punkten DWZ-Vorteil an den Start gingen.

 

So klar sah es an den einzelnen Brettern dann aber bei weitem nicht aus, da wir nicht gut aus den Startlöchern kamen. Siegbert verhedderte sich völlig in einer ihm eigentlich wohl bekannten Eröffnung. Nach einem gegnerischen Läufereinschlag Lxf2+ wäre es noch möglich gewesen, sich mit einem Minusbauern relativ glimpflich aus der Affäre zu ziehen. Jedoch plante er anderes, was aber später zu einem weiteren Qualitätsverlust führte, den sein junger Gegner sicher zum Sieg verwandelte. Thomas war zwar gut aus der Eröffnung gekommen, ließ sich aber im Mittelspiel den Schneid abkaufen und stand nach zahlreicher Abtauscherei plötzlich mit einem Bauern weniger im Springerendspiel. Sein Gegner schenkte aber im Glauben auf einen nicht mehr haltbaren Bauern seinen Springer her und übersah, dass der Bauer doch noch aufgehalten werden konnte. Andreas hatte lange eine remisliche Stellung auf dem Brett konnte im Mittelspiel aber dann doch die Schwächen seines Gegners ausnutzen, der seinerseits nie wirklich zum Gegenangriff ausholte. Thorsten hatte an diesem Sonntag keine Lust auf ein wildes Gambit und landete schließlich in einer etwas unbequemeren Stellung mit kleinen Entwicklungsnachteilen. Sein Gegenüber verbrauchte bei dem Versuch, Kapital daraus zu schlagen aber so viel Zeit, dass dieser im späten Mittelspiel eine Drohung übersah. Eingeleitet mit einem Bauernopfer, gelang es Thorsten mit seinen Türmen auf die 2. Reihe einzudringen und selbst bei idealer Spielweise des Weißen mit zumindest 2 Mehrbauern in ein gewonnenes Endspiel abzuwickeln. Christoph`s junge Gegnerin wollte den Gegenbeweis antreten, dass man einen Damengambitbauern dauerhaft halten kann. Entwicklungsvorsprung, besser postierte Figuren und ein Öffnen der Stellung mit den bekannten Bauernhebeln brachten Christoph aber auf die Siegesstraße und zum vorentscheidenden 4:1. Marc machte schließlich noch den Sack zu, indem er ruhig auf seine (Raum-)Vorteile spielte. Auch wenn die PC-Analyse einige Schwankungen in der Stellungsbewertung ausmachte, so wirkte es aber für das menschliche Auge der 2. Bezirksliga durchaus nach einem erkämpften, verdienten Sieg aus.

 

 

Trotz des deutlichen 5:1 Erfolges bleibt die Erkenntnis, dass man keinen Gegner unterschätzen sollte. Schließlich sah es heute zwischenzeitlich eher nach einem 3:3 aus, was angesichts der nominellen Überlegenheit ein herbe Enttäuschung gewesen wäre. Nun ja, beobachten wir die Konkurrenz und legen Ende Oktober gegen die Bahner einen oben drauf. 

 

 

Viererpokal

 

ESG II – SF Anna I

 

Sieht deutlich aus, war`s aber nicht!

 

In der 1. Runde des Viererpokals 2022-23 bekamen wir es mit der 2. Mannschaft der ESG zu tun. Obwohl drei Ligen über uns spielend, traten die Stadtrivalen ohne Ersatzspieler ausschließlich mit Verbandsligaakteuren an. Man nahm uns also sehr ernst und hatte folglich 80 bis rd. 300 DWZ-Punkte Vorteil pro Brett.

 

Es entwickelten sich sehr unterschiedliche Spiele mit beiderseitigen Möglichkeiten. Andreas konnte seinem Gegner bis ins Mittelspiel Paroli bieten, konnte dem steigenden Druck aber nicht dauerhaft standhalten und verlor entscheidend Material. Karsten verlor früh seinen Theoriefaden und stand fortan passiv. Die Schlinge schien sich immer weiter zuzuziehen bis sich doch eine einmalige Chance bot, um in Vorteil zu kommen. Leider sahen beide Spieler diese Möglichkeit erst in der späteren Analyse und wenige Züge danach griff Karsten in bereits kritischer Stellung fehl. Marc hatte seinen Gegner mit aggressivem Spiel überrascht. Um sich vom Druck zu befreien, bot der Elberfelder ihm einen Tausch Springer gegen 2 Bauern an. Marc steckte leider noch einen weiteren Bauern rein, der vielleicht zu viel war. Trotz mehrfacher Chancen endgültig entscheidend in Vorteil zu kommen, agierte Marc wohl zu vorsichtig. Nach dem Tausch aller Schwerfiguren schaffte es sein Gegenüber, eine 4er-Bauernwalze in Schwung zu bringen, die er nicht mehr aufzuhalten vermochte. Thorsten kam sehr gut aus der Eröffnung, machte Druck auf seinen Gegner und schien alles im Griff zu haben. Im Mittelspiel gingen ihm allerdings die Ideen aus, wie die gegnerische passive Stellung zu knacken ist. Bevor die Partie zu entgleiten drohte, bot er Remis. Er musste allerdings feststellen, dass dieser Zug zu einem Qualitätsopfer einlud, das die Königsstellung entblößte, was auch dankend angenommen wurde. Nach einem Rückopfer, um den Druck aus der Stellung zu nehmen, fand sich Thorsten allerdings in einem Endspiel mit Minusbauer wieder, dass sein Gegner souverän nach Hause schob.

 

 

Wir wurden nach 4,5 Stunden Spielzeit also mit 0:4 nach Hause geschickt. Der einzige Trost war, dass wir bei besserer Chancenausbeute durchaus 2 Punkte hätten erreichen können gegen eine Verbandsligamannschaft. Kommenden Sonntag geht’s endlich wieder in der Bezirksliga los und wir hoffen, dort unsere Möglichkeiten erfolgreich nutzen zu können!